Ich fotografiere auch außerhalb des Fotostudios.
Einige Bilder und Projekte findet Ihr hier aufgeführt.
Ein Bekannter wollte von mir Bewerbungsfotos der anderen Art. Da er in der Logistikbranche einen Job sucht wollte er dieses Thema auch in seinen Bewerbungsbilder wiedergespiegelt haben.
Deshalb sind wir in einem Nürnberger Gewerbegebiet unterwegs gewesen, um die Bilder zu machen.
Jetzt muss nur noch die Sache mit der Bewerbung klappen, die Bilder sind auf jeden Fall etwas Besonderes geworden und der neue Arbeitgeber sieht schon daran, das bereits im Vorfeld eine außergewöhnliche Portion Eigeninitiative und Kreativität vorhanden war.
Ende September hatte ich mit Melanie und Dominik ein "Freitag-Abend-Wohlfühl-Shooting". Die beiden kamen nach Nürnberg und wir haben eine Spaziergang um den Dutzendteich gemacht. Dabei enstanden dann Fotos für die beiden.


Darberhinaus habe ich auch eine Collage der schönsten Bilder erstellt, die auch im Posterformat ausgedruckt werden kann.

Auch in Südafrika findet man Ecken die in Schwarz-Weiß ganz anders wirken.
Unten ein Foto einer Kneipe in Stellenbosch im Februar 2010.
Aber es gibt natürlich auch viele Motive die einfach farbig abgelichtet werden müssen.



Es ist eine dieser Geschichten, die Geschichte schreiben: Ein Standort an der Ulmenstraße am Nürnberger Südring, traditionelles Industrieambiente. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das UlmenCarree in schnörkelloser, zweckmäßiger Backsteinarchitektur erbaut; schon nach wenigen Jahren produzierten hier 1.600 Mitarbeiter der "Vereinigte Schuhfabriken AG Berneis-Wessels" auf mehreren Stockwerken bis zu 10.000 Paar Schuhe - darunter das Modell "Pudelwohl".
Die Schuhproduktion ist längst Legende, Ende der 1980er Jahre rettete der Hammer des Auktionators den Komplex vor der Abrissbirne. Hochtrabende Pläne wie eine Mega-Diskothek verschwanden in der Schublade. Mit der Revitalisierung ab 1995 begann der zweite Frühling des altehrwürdigen Gebäudes.
Über die genaue Entstehung des Gebäudes gibt es unterschiedliche Angaben. Die Bandbreite reicht von 1890 bis Anfang der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Fakt ist, dass die Vereinigten Fränkischen Schuhfabriken hier einzogen. Diese waren entstanden, nachdem die jüdischen Unternehmer Maximilian Brust aus Nürnberg, Louis und Albert Berneis aus Fürth sowie August Wessel aus Augsburg ihre mit der Schuhproduktion befassten Firmen zu einem Unternehmen zusammengeschlossen hatten.
Maximilian Brusts Schuhfabrik stand ursprünglich am Aufseßplatz, dort, wo heute der Kaufhof steht. Er ist auch der Stifter des Nymphenbrunnens, der 1895 für den damals schon stolzen Preis von 250.000 Goldmark errichtet wurde. Doch Brust gilt auch als einer der innovativsten Unternehmer seiner Zeit, der viel zur Mechanisierung hierzulande beigetragen hat: Als einer der Ersten in Deutschland führte er neu entwickelte Maschinen aus Amerika ein, mit denen sich schneller und mit weniger Personal Schuhe produzieren ließen.
Auch die Fürther Schuhfabrik, ursprünglich als Filzschuhfabrik B. Berneis gegründet, expandierte rasch. Doch nachdem ein Brand1892 das neu errichtete Fabrikgebäude in Fürth vernichtet hatte, entschlossen sich die Firmengründer zur Fusion mit ihrem Nürnberger Konkurrenten. Gemeinsam als "Vereinigte Fränkische Schuhfabriken vorm. Max Brust vorm. B. Berneis AG" mit Sitz in Nürnberg schaffte man es sogar bis an die Weltspitze: 1600 Mitarbeiter stellten allein im Nürnberger Stammbetrieb täglich bis zu 10.000 Paar Schuhe her, darunter das Modell "Pudelwohl". Anfangs waren es noch einfache gewalkte und ungefasste Filzschuhe. Später gabe es diese in der gefütterten und mit Verzierungen versehenen Version. Auch leichte Lederhaus- und feine Lederschuhe gehörten zum Sortiment. Sogar Gold in Form einer Medaille gab es für die Produkte auf der Bayerischen Landesgewerbeausstellung im Jahr 1906.
Dass auch damals schon "Fusionitis" ganze Wirtschaftszweige erfasste, zeigt das weitere Zusammengehen der Franken mit der Schuhfabrik von August Wessel. Der Augsburger stellte Spezialartikel wie Sandalen, Leinen-, Tennis- und Turnschuhe her. Das neue Unternehmen hieß ab 1920 "Vereinigte Schuhfabriken AG Berneis-Wessels, Augsburg-Nürnberg".
Trotz der Auswirkungen es 1. Weltkrieges überstand der Schuhproduzent die Wirtschaftskrise. Mehr noch: Er brauchte mehr Platz. Schließlich beschäftigte das Unternehmen mittlerweile 2000 Menschen. So entstand an der Ulmenstraße eine moderne Fabrikationsstätte: ein Bau, bestehend aus vier Flügeln, der heute als Ulmencarree neue Glanzzeiten erleben soll. Das neue, große Werk besaß eine nutzbare Fläche von 30.000 Quadratmetern und galt seinerzeit als einer der größten Firmenkomplexe in Nürnberg.
Firmen wechselten rasch
Aus den Vereinigten Fränkischen Schuhfabriken wurde später die Schuhfabrik Medicus, die 1976 Konkurs anmelden musste. Sie wurde schließlich von der für die Herstellung von Skischuhen bekannten Firma Lowa aufgekauft.
Eine Zeit lang nutzte die "Quelle" den Trakt als Zentrale ihres technischen Kundendienstes. Wer zum Beispiel eine Ersatzkanne für seine bei dem Versandkaufhaus erstandene Kaffeemaschine benötigte, kam in die Ulmenstraße. Auch die Noris-Bank residierte heier. Doch damit war es irgendwann vorbei. Das Gebäude stand leer und war damit dem Verfall preisgegeben. Ende der 1980er Jahre rettete der Hammer eines Auktionators den Komplex vor der Abrissbirne. Bei einer Zwangsversteigerung ging der Zuschlag an die Frankfurter Gesellschaft Futterknecht & Partner - für 24 Millionen D-Mark (12,3 Millionen Euro).
Welches Potenzial in den Räumlichkeiten in der Ulmenstraße steckt, wurde damals schon erkannt. Pläne für den Aus- und Umbau der Fabrik gab es immer wieder und reichlich, beispielsweise den Innenhof des Ulmencarrees mit einer Glaskuppel zu versehen. Oder eine Super-Diskothek entstehen zu lassen. Oder Ingenieur- und Architekturbüros hier unterzubringen. Und Künstlerateliers. Und Studentenwohnungen. Realisiert wurde davon nichts.
Was nach allem blieb, war das Interesse an der Fabrik, deren Architektur bewiesen hatte, dass industrielle Fertigung in einem mehrstöckigen Gebäude möglich ist. Keine Selbstverständlichkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Der Projektentwickler Steucon, der das Gebäude 1995 erwarb, fing an, einige der modernen Pläne für die Schuhfabrik umzusetzen. Zwei der vier Flügel und damit 15.000 der insgesamt 30.000 Quadratmeter wurden - den Charakter des Gebäudes wahrend und im Rahmen der Denkmalschutzvorgaben - ausgebaut.
Auf unseren monatlichen Fotostammtisch bekommen wir eine Aufgabe, die bis zum nächsten Stammtisch zu erledigen ist. Im November mussten wir bei einer Straßenszene eine Person fotografieren.
